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Sein Business neu erfinden, z.B. SAAB

    And my Saab is so great. I'm gonna marry it.

    Und nach dem Krieg?

    Sein Business neu erfinden: Flugzeughersteller SAAB am Ende des Krieges
    Saab 17 i flygvapnet, Spaningsplan och dykbombflygplan – S17, B17. Svensk Flyghistorisk Tidskrift, ISSN 1100-9837, Juni 2020 (schwedisch), S. 15

    Saab-Flugzeug von 1940

    Was produzieren wir dann?  Die schwedische Flugzeugaktiengesellschaft, Svenska Aeroplan Aktiebolaget (SAAB), machte sich gegen Ende des II. Weltkrieges Zukunftssorgen. Hatten sie bislang aufgrund des Krieges eine gute Nachfrage nach ihren Produkten, war in Friedenszeiten mit der großen Abnahme von Kampfflugzeugen nicht mehr zu rechnen. 

    Das Management brainstormte: von Küche bis hin zum Wohnwagen wurden Überlegungen angestellt. Schließlich siegte Projekt Nr. 92001: Automobilherstellung. 

    Eigenwillige Sonderlinge

    Allein das erste Modell des neuen Automobilherstellers bestach durch sein ungewöhnliches Design. Da dessen Ingenieure aus der Luftfahrt stammten handelte es sich im Prinzip um das erste Auto, das nach aerodynamischen Prinzipien konstruiert war. Den Saab 92 (“Ursaab”), damals schon mit Einzelradaufhängung, trieb ein Zweitaktmotor an. 

    Sein Business neu erfinden: Saab 92, der Ursaab
    https://www.flickr.com/photos/adavey/36515553873

    Der Ursaab (Saab 92) von 1947

    Die Schweden brachten im Laufe der Produktionszeit viele Neuerungen in den Automobilbau ein (oft 20 Jahre bevor sie in deutschen Autos üblich wurden). Meist waren es Sicherheitsfeatures wie Seitenaufprallschutz, beheizte Heckscheibe, Sitzheizung, selbst reparierende Stoßstange, Scheinwerferwaschanlage etc. Auch schrieb mit “Mr. Saab”, dem Rennfahrer Erik Carlsson, das Unternehmen Ralleygeschichte. 

    Problem Positionierung

    Saab 99 EMS

    Der Autor mit seinem Saab 99 EMS

    Dabei hatten Saabs – bis zur Übernahme durch GM – immer ein sehr eigenwilliges Design – entweder man liebte sie oder man fand sie häßlich. Doch niemand war indifferent. Die Zahl der Liebhaber war jedoch nie groß genug, um einen sich rechnenden Marktanteil in der oberen Mittelklasse zu erreichen.

    Saab war nicht premium genug, um Premiumpreise zu verlangen und andererseits hatten die Schweden keine Stückzahlen und dementsprechend Händlernetze, die Synergien und Einsparungen erlaubten, um wettbewerbsfähig zu sein. In diesem hart umkämpften Marktsegment bedeutet dies der Tod. Im Falle von Saab war es eher ein schmerzvolles Dahinsiechen. Mit etwas strategischem Blick hätte dies wohlwollenden “Rettern” wie GM, Cadillac, Koenigsegg und chinesischen Investoren klar sein müssen.

    Hatten die Gründerväter noch vorausschauend auf die sich ankündigenden Marktbedingungen bei Kriegsende agiert, verpasste es das Saab-Management in den 1970ern ihr Positionierungsproblem nach Sättigung des Marktes anzugehen. 

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